Mit einem knappen 14:13 ( 7:0/7:0/0:7/0:6 ) konnten sich die Wölfe im Spitzenspiel der Oberliga Mitte gegen die bis dahin ebenfalls ungeschlagenen Rüsselsheim Crusaders durchsetzen. Damit verbleiben die Wölfe als einziges Team ohne Niederlage in der laufenden Runde.

Die knapp 1000 Zuschauer im heimischen Stadion Wetzlar bekamen von der ersten Minute an ein äußerst spannendes Spiel geboten. Rüsselsheim war mit dem deutlich größeren Kader und in der absoluten Favoritenrolle angereist. Bestens vorbereitet gingen die Domstädter, angeführt von ihrem Quarterback Kevin Kuhr, in das Match. Gleich im ersten Spielzug zeigte die Verteidigung der Wölfe mit einem harten Tackle an dem Returner der Crusaders, wohin der Weg führen sollte. Sichtlich konsterniert von dem couragierten Auftreten der Wetzlarer, mussten sich die Opelstädter schnell wieder von Ihrem Ballrecht trennen. Doch auch der Angriff der Wölfe operierte zunächst etwas Glücklos. Beide Verteidigungsreihen hatten sich gut auf den jeweiligen Gegner eingestellt. Die Wölfe hatten das gefürchtete Laufspiel der Crusaders zunächst recht gut im Griff. Nur kleinerer Raumgewinn wurde in der ersten Hälfte des Spiels zugelassen. Zwangsläufig musste Rüsselsheim in der Folge mehr auf das Passspiel setzen, was sich jedoch zunächst von der Wetzlarer Passverteidigung ebenfalls recht gut beherrscht wurde.

Sichere Passempfänger und gute Passverteidigung bringen den Vorteil

Die Wölfe ihrerseits setzen zusehends mehr auf eine gute Mischung aus Lauf- und Passspiel. Zwar hatten die Crusaders das Laufspiel der Wölfe gut unter Kontrolle, konnten jedoch mit den schnellen und Fangsicheren Receivern der Wölfe oft nicht mithalten. Folgerichtig erzielte Leonardo Pizzini ( #29 ) auf Zuspiel von Kevin Kuhr ( #8 ) bereits Mitte des ersten Spielviertels die 7:0 Führung. PAT gut durch Max Ebsen ( # 7 ).

Rüsselsheim wirkte zu diesem Zeitpunkt etwas ratlos und versuchte in der Folge mit kraftvollen Läufen die Wetzlarer Verteidigung müde zu spielen. Jedoch ohne nennenswerten Erfolg zu erzielen. Wetzlar hingegen setzte zusehends auf das Passspiel und konnte sich zur Mitte des zweiten Spielviertels bis zur 15 Meter Linie der Crusaders vorarbeiten. Beim 2 Versuch und noch 7 Metern zu gehen zum nächsten ersten Versuch, wollten die Wölfe mit einem schnellen Kurzpass die erforderlichen Meter überbrücken. Doch Rüsselsheim setzte Quarterback Kevin Kuhr sofort stark unter Druck, sodass der nach rechts ausweichen musste ohne einen freien Anspielpartner zu finden. Kurz bevor er von den anstürmenden Crusaders zu Fall gebracht werden konnte, bediente Kuhr seinen Runningback Philipp Dille ( #25 ) mit einem kurzen Rückwärtspass. Der wiederum sah sofort den Passempfänger Leonardo Pizzini ( #29 ) in der Endzone und bediente Pizzini mit einem genauen Pass zum 14:0 ( PAT gut durch Max Ebsen ) Halbzeitstand.

Zweite Halbzeit im Zeichen der Crusaders

Nach der Halbzeitpause zeigten sich die Rüsselsheimer Footballer deutlich verbessert. Offensichtlich hatten die Trainer der Opelstädter in der Pause die richtigen Worte gefunden und die entsprechenden taktischen Veränderungen vorgenommen. Wetzlar geriet zusehends mehr unter Druck. Die Passempfänger der Wölfe wurden nun wesentlich besser abgedeckt und das Rüsselsheimer Laufspiel setzte sich langsam durch. Auch im Passspiel setzten die Crusaders jetzt mehr auf ihre Schnelligkeit und konnten das eine oder andere Mail die Rückraumverteidigung der Wölfe überrumpeln. So kam es wie es kommen musste. Nach einem langen Pass konnte der Receiver der Crusaders an der Seitenlinie entlang bis in die Endzone der Wölfe sprinten. Dadurch verkürzte Rüsselsheim auf 14:7.

Heftige Gegenwehr der Wölfe

Doch auch der Angriff der Wölfe wollte dem nicht nachstehen, agierte jedoch einige Male Glücklos. Zwar konnte immer wieder großer Raumgewinn erzielt werden, jedoch fehlte am Ende immer das Quäntchen Glück um das Ganze in Punkte umzusetzen. Rüsselsheim hingegen attackierte nun immer wütender mit aggressivem Laufspiel über die Außenseiten die Defense der Wölfe und erzielte seinerseits immer wieder größeren Raumgewinn. Gegen Ende des letzten Spielviertels konnten sich die Crusaders schlussendlich durchsetzen und erzielten einen weiteren Touchdown zum zwischenzeitlichen 14:13. Die anschließende 2-Point-Conversion, die zur Führung der Crusaders geführt hätte, konnten die Wölfe jedoch verhindern und somit die Führung beibehalten.

Mit noch gut 3 Minuten 30 Sekunden auf der Spieluhr bekamen die Wetzlarer wieder in den Ballbesitz. Rüsselsheim setzte nun alles daran die Wölfe zu stoppen um ihrerseits wieder in den Ballbesitz zu kommen und noch eine Chance auf Punkte zu erhalten. Doch die Wölfe ließen sich nicht mehr aus der Ruhe bringen und brachten die knappe Führung über die letzten Minuten.

„Ein Spiel wie man es von zwei Spitzenteams erwarten kann. Spannend bis zur letzten Sekunde,“ freut sich Pressesprecher Joerg Baumert und fügt schnell hinzu,“ den knapp 1000 Zuschauern wurde jedenfalls wirklich etwas für ihr Geld geboten.“

Coach Cordell Shepard zeigte sich ebenfalls zufrieden: „Wir haben unseren Gameplan durchgezogen. Uns war natürlich bewusst, dass wir es mit einem sehr starken und sehr gut gecoachten Team zu tun haben. Deswegen hatten wir uns einige Änderungen in unserem Playbook ausgedacht, die uns zum Erfolg führen sollten. Was ja auch geklappt hat. Uns ist aber durchaus bewusst, dass die Karten im Rückspiel komplett neu gemischt werden. Rüsselsheim wird sich kein zweites Mal von uns überraschen lassen.“

Für die Wölfe geht es bereits am nächsten Wochenende weiter. Dann kommt mit den Kassel Titans der Regionalligaabsteiger nach Wetzlar. Spielbeginn ist am Sonntag, den 16.06.19, um 15 Uhr an der Goetheschule in der Frankfurter Strasse.